Ein sehr „spannendes“ Telefongespräch von vor einer halben Stunde.
Anruferin: „Guten Tag, ich möchte nur eine kleine Auskunft. Was kostet denn die Renovierung einer 3- oder 4-Zimmerwohnung?“
Meine Antwort, ohne Punkt und Komma:
- „Ist es denn nun eine 3- oder eine 4-Zimmerwonhnung?
- Ist ein Neu- oder ein Altbau?
- Was soll genau renoviert, bzw. gestrichen oder tapeziert werden?
- Decken?
- Wände?
- Fenster?
- Türen?
- Türrahmen?
- Fußleisten?
- Heizkörper?
- Wände nur streichen oder Tapeten abmachen und Raufaser oder Dekortapete tapezieren?
- Decken nur streichen oder auch Rauhfaser tapezieren?
- Sind die Fenster natur lasiert oder deckend lackiert?
- Kann der Lack lösemittelhaltig sein oder wollen Sie Acryllack haben?
- Welche Qualität soll die Wandfarbe haben, z.B. scheuerbestänig/abwaschbar?
- Muss der Fußboden abgedeckt/geschützt werden?
Sie sehen, was man alles wissen muss um überhaupt einen ca.-Preis nennen zu können.“
Anruferin, zunächst sekundenlang sprachlos: „Die Wohnfläche beträgt ca. 80 qm.“
Ich: „Damit kann ich nichts anfangen. Ich benötige exakte Mengenangaben der zu bearbeitenden Flächen. Außerdem müssen Sie mir schon genau sagen, was eigentlich gemacht werden soll.“
Anruferin, etwas ungeduldig: „Es sind das Wohn-/Esszimmer, das Schlafzimmer, das Kinderzimmer, der Flur und das Bad/WC zu machen.“
Ich: „Und die Küche?“
Anruferin: „Hm, da sind ja die Fliesen und eine Wand, glaube ich. Sie sind doch der Fachmann, muss da etwas gemacht werden?“
Ich, Fachmann und Hellseher: „Das kann ich aus der Ferne leider nicht beurteilen.“

Herr, schicke Hirn…
Anruferin, sehr bestimmend: „Ich will zwei Preise von Ihnen wissen. Einmal, wenn Sie tapezieren und malern und einen Preis, wenn Sie nur tapezieren. Ich muss auf´s Geld schauen und malere vielleicht dann doch selbst. Und die Rauhfasertapete habe ich schon. Die hat mir eine Freundin geschenkt.“
Ich: „Aus Gewähleistungsgründen verarbeiten wir nur von uns geliefertes Qualitätsmaterial, nicht aber vom Kunden gestelltes Material.“
Anruferin, leicht säuerlich: „Warum nicht?“
Ich: „Weil wir für die Gesamtleistung die Gewährleistung übernehmen müssen. Das geht mit billigem Baumarktmaterial, das sich oft auch noch sehr schlecht verarbeiten lässt, leider nicht.“
Anruferin, etwas ärgerlich: „Dann müssen wir es eben lassen. Auf wiederhören.“
Es ist nicht zu glauben. Das wäre etwa so, als würde ich, ohne Detailangaben, z.B. fragen,
- im Autohaus: „Was kostet ein Auto?“
- im Reisebüro: „Was kostet eine Urlaubsreise?“
- im Maklerbüro: „Was kostet ein Haus oder eine Wohnung?“
Was soll denn darauf geantwortet werden? „Ich will ja nur eine kleine Auskunft“, sagte die Dame!
Das sind Geschichten aus dem Unternehmeralltag.

Und dabei immer schön freundlich und höflich bleiben
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