Archive for April 26th, 2011

Angebote nachfassen. Ist es zuviel verlangt, eine Antwort zu erhalten?

Dienstag, April 26th, 2011

Angebote zu machen, gehört zum Unternehmeralltag. Termin mit Interessent vereinbaren, zum Termin fahren, Wünsche aufnehmen, Probleme anhören, beraten, Vorschläge machen und Aufmass nehmen.

 

Zurück im Büro, Aufmass ausrechnen, Angebot aufstellen und kalkulieren, ausdrucken, einkuvertieren und zur Post bringen. Bei uns hat der Kunde/Interessent das Angebot i.d.R. nach spätestens drei Tagen im Haus.

 

Beim Besichtigungstermin frage ich auch immer gleich nach dem Wunschausführungstermin. Diesen Termin oder einen Alternativtermin bestätige ich im Angebot. Das sieht so aus:

Mit den Arbeiten kann ich für Sie am»Montag, 14.03.11, beginnen. Um diesen Termin für Sie reservieren zu können bitte ich Sie, mir in den nächsten fünf Tagen Nachricht zu geben. Rufen Sie mich gleich an, damit ich Ihren Wunschtermin für Sie fest einplane.

Die Erfahrung zeigt, bis auf wenige Ausnahmen: Bestätigt der Kunde/Interessent seinen Wunschtermin nicht, wird aus dem Angebot auch kein Auftrag. Manchmal gibt es aber seitens der Kunden Gründe, die Ausführung zu verschieben.

 

Höre ich vom Kunden nichts, fassen wir schriftlich nach. Hören wir danach wieder nichts, fassen wir wieder schriftlich nach. Da ca. 75% unserer Angebote zum Auftrag werden, muss nicht so ganz  viel nachgefasst werden.

 

Natürlich kassieren wir auch Absagen. Das ist ganz normal. Aber manche Kunden/Interessenten haben entweder nicht den Mut zur Absage oder aber sie erachten eine Absage einfach nicht für nötig.

 

Letzte Woche wurden eine Reihe von Nachfassbriefen verschickt. Zwei unmittelbare Reaktionen:

  1. Angebot über Fassadenanstricharbeiten vom 27.04.2010. Damals rief der Kunde an und teilte mit, dass die Arbeiten doch erst im Frühjahr 2011 ausgeführt werden sollen. Nach dem Nachfassbrief jetzt der Anruf: „Die Arbeiten wurden bereits im Mai 2010 ausgeführt. Ihr Angebot hat sich erledigt. Vielen Dank.“ Wenigstens bedankt, was selten ist.

  2. Angebot über Bodenbelagsarbeiten vom 07.10.2010. Anruf damals: „Die Arbeiten sollen erst 2011 ausgeführt werden.“ Nach Nachfassbrief, ziemlich barscher Anruf von heute: „Wir sind schon alt und haben uns jetzt überlegt, gar nichts mehr machen zu lassen!“

Wir fassen drei bis vier Mal schriftlich nach. Erhalten wir vom Kunden/Interessenten danach noch immer keine Antwort, erhält er/sie diesen Brief: 

Wegen des von mir für Sie erstellten Angebots vom 09.03.2010, habe ich bei Ihnen schon mehrfach nachgefragt. Leider erhielt ich von Ihnen bis heute keinerlei Information.

                                                                   

Für die An- und Abfahrt, die Angebotsausarbeitung, den Versand etc., habe ich einen nicht unerheblichen Aufwand für Sie erbracht. Da erachte ich es persönlich für ein Gebot der Höflichkeit und der Fairness, mich wenigstens über den Stand der Dinge, Angebotsannahme ja oder nein, zu informieren.

                                                                   

Dass Sie mich uninformiert lassen, stimmt mich sehr traurig. Wenn ich etwas falsch gemacht habe oder Ihnen Anlass zur Kritik gab, lassen Sie es mich bitte wissen, damit ich Gelegenheit habe, mein Missgeschick oder meinen Fehler zu korrigieren.

                                                                    

Im übrigen werde ich Sie nicht mehr weiter behelligen. Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit und bitte Sie, künftig von weiteren Anfragen bei mir abzusehen.

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Ist es von mir eigentlich zuviel verlangt, eine zeitnahe und ehrliche Rückmeldung auf ein Angebot, ob Auftrag oder nicht, zu erhalten?

 

Wer dieses Fünkchen Anstand und Fairness nicht hat, kann dann jedenfalls auch nicht mein Kunde sein!

 

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Die innere Uhr: Werden Sie zeitsouverän! Zeitenvielfalt statt Uhren-Monokultur

Dienstag, April 26th, 2011

Erinnern Sie sich noch an Ihre 1. Uhr? Für Kinder ein stolzer Moment: „Ich kann die Uhr lesen!“ Doch aus diesem Stück Selbstständigkeit wird bei vielen Erwachsenen eine Abhängigkeit – die Abhängigkeit vom Zeitmessinstrument Uhr. Unser Rat an Sie: Machen Sie die Uhren-Zeit nicht zum einzigen Maßstab Ihrer Zeit.

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Lassen Sie sich nicht von Ihrer Uhr beherrschen

Wer automatisch alle paar Minuten auf die Uhr schaut, glaubt, dadurch die eigene Zeit im Griff zu haben. Doch der ständige Blick auf das kleine Ding am Handgelenk bewirkt genau das Gegenteil: Die Uhr hat Sie im (Würge-)Griff!

simplify-Tipp: Legen Sie Ihre Armbanduhr so häufig ab, dass sich dieser Automatismus verliert. Versuchen Sie’s zunächst in einer Phase ohne jeden Zeitdruck – etwa beim Wandern oder beim abendlichen Zusammensein mit Freunden – und erst danach im Alltag. Vermutlich wird Ihnen das Handgelenk anfangs ziemlich nackt vorkommen. Ersetzen Sie die Uhr nicht durch ein Armband, sondern genießen Sie die Freiheit, die Ihr Arm und Sie durch das Ablegen der Uhr gewinnen.

Manche Menschen zeigen ihren Luxus durch eine exklusive Uhr. Machen Sie’s wie der Hersteller von Luxusuhren Thomas Prescher, dessen persönlicher Luxus in einem Leben ohne Uhr besteht (so Prescher in einem Interview mit dem Manager-Magazin).

Handy statt Armbanduhr

Viele Menschen können keine Sekunde auf ihre Uhr verzichten. Daneben gibt es jedoch eine wachsende Zahl von Menschen, die gar keine Uhr mehr tragen: Ihnen dient das Handy als Uhrersatz. Ist das nun eine Unsitte oder nicht?

simplify-Tipp: Betrachten Sie Ihr Handy als praktische Standby-Uhr, wenn Sie uhrlos unterwegs oder bei der Arbeit sind. Sein großer Vorteil: Sie können sich damit jederzeit über die genaue Uhrzeit informieren, müssen es dafür aber extra hervorholen. Legen Sie Ihr Handy daher nie direkt vor sich auf den Tisch!

Achten Sie auf Zeitsignale von außen …

Ihre Umgebung sendet Ihnen jede Menge Zeitsignale. Beobachten Sie die Natur: Wo steht die Sonne am Himmel? Welche Teile außerhalb des Hauses sind im Schatten, welche besonnt? Wann singen welche Vögel vor Ihrem Fenster?

simplify-Tipp: Wer einen Garten besitzt, kann es im Sommer dem schwedischen Naturforscher Carl von Linné (1707–1778) nachmachen: Lesen Sie die Zeit von den Blumen ab, die ihre Blüten zu unterschiedlichen Zeiten öffnen und schließen. Infos dazu finden Sie im Internet unter dem Stichwort „Blumenuhr“, etwa auf der Website mein-schoener-garten.de.

Auch menschliche Rhythmen bieten Ihnen Anhaltspunkte: War daheim der Briefträger, im Büro der Brotzeitservice schon da? Die Kirchturmuhr läutet verlässlich immer zu denselben Zeiten, die Straßenbahn rattert in der Ferne alle 10 Minuten, der Nachbar lässt wie immer nach den Abendnachrichten die Rollläden herunter.

simplify-Tipp: Orientieren Sie sich für Tätigkeiten, die Sie nicht auf die Minute genau timen müssen, an „Es ist Zeit“-Zeichen aus Ihrer Umgebung. Beispiel: Nehmen Sie sich morgens so lange Zeit für Ihre Zeitungslektüre, wie Sie auf der Straße Schulkinder vorbeiziehen hören.

… und von innen

Nicht nur wer ziellos in den Tag hineinlebt, sondern auch Menschen, die mit einem Zeitplaner arbeiten, kennen das abendliche Gefühl, „wieder nichts geschafft“ zu haben. Ein häufiger Grund: Sie haben für ihre To-dos nicht den jeweils günstigsten Zeitpunkt gewählt.

simplify-Tipp: Zeichnen Sie Ihre Tageskurve auf: Zu welchen Tageszeiten sind Sie eher gut, zu welchen eher schlecht drauf? Richten Sie Ihre Tagesplanung nach Ihrem Rhythmus aus, und legen Sie Tätigkeiten, die große Konzentration erfordern, in Ihre Hochphasen.

Für das Gelingen von Gesprächen oft entscheidend: Ihre eigene Stimmung. Wenn Sie selbst von einem Erfolgserlebnis beflügelt sind, schaffen Sie es leichter, Ihre Kollegin für Ihre Projektidee zu begeistern. Wenn das Gewitter draußen Sie in eine leicht aggressive Stimmung versetzt, haben Sie als zurückhaltender Mensch eher die Power, bei Bedarf einmal auf den Tisch zu hauen. Nehmen Sie günstige Gelegenheiten wahr, statt strikt nach Terminplan zu agieren!

Lassen Sie sich zur Pause einladen

Die Chronobiologie (= wissenschaftliche Erforschung körperlicher Prozesse unter Zeitaspekten) hat festgestellt: Unseren Tag durchzieht ein fester Rhythmus von Energieanstieg und Energieabfall – jeweils nach rund 90 bis 120 Minuten bietet unser Körper uns eine etwa 20-minütige Regenerierungsphase an.

simplify-Tipp: Registrieren Sie bei sich die ersten Anzeichen dieser Phase – etwa Gähnen, das Bedürfnis, vom Arbeitsplatz aufzustehen, oder Tagträume –, und folgen Sie der Einladung Ihres Körpers, sich zu erholen. Dazu müssen Sie sich nur bequem hinsetzen (oder hinlegen) und die Augen schließen. Den Rest übernimmt Ihr Körper. Ihr wichtigster Beitrag zu Ihrer Erholung: Halten Sie es aus, nichts zu tun!

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Zentrales Anliegen des renommierten Zeitforschers Professor Karlheinz Geißler ist die Entwicklung einer neuen, menschlichen Zeitkultur. Anregungen für diesen Artikel verdanken wir dem wissenschaftlichen Sammelband: Karlheinz A. Geißler, Klaus Kümmerer, Ida Sabelis (Hrsg.): „Zeit-Vielfalt. Wider das Diktat der Uhr“.

Mit freundlicher Genehmigung des Orgenda Verlag. Quelle: simplify-Newsletter

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Anmerkung von mir: Analog des oben genannten Tipps, verzichte ich seit ca. zwei Jahren auf eine Armbanduhr. Zumindest die Unsitte, ständig auf die Uhr zu schauen, habe ich dadurch bei mir abgeschafft. Meine Erfahrung daraus: Es geht auch ohne Armbanduhr!

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