malerdeck nur als Preisbarometer? Nein, Danke! Mit mir nicht

Wer einmal bei uns Kunde war, erhält mindestens einmal im Jahr von uns Post. Egal, wie lange es her ist, seit wir bei einem Kunden tätig waren.

 

Am Donnerstag, 14. April, hatte ich den Anruf einer Kundin. Das erste und letzte Mal, dass wir dort tätig waren, liegt 18 Jahre zurück. Es war 1993!

 

„Wir bekommen ja immer Post von Ihnen und möchten jetzt unser Wohnzimmer renovieren lassen. Bitte kommen Sie doch vorbei und machen uns ein Angebot.“, war der Wunsch der Kundin.

 

Bereits für den nächsten Tag, Freitag, 15. April, vereinbarte ich mit der Dame einen Besuchstermin. Die Ortschaft liegt ca. 30 Fahrminuten von mir entfernt. Pünktlich war ich zum verabredeten Zeitpunkt, um 11:30 Uhr, vor Ort.

 

Natürlich war in den letzten 18 Jahren in dem Haus malermäßig renoviert worden, nur nicht von malerdeck. Und die Dame machte mir gegenüber auch einen etwas unsicheren Eindruck (schlechtes Gewissen?).

 

Sie nannte mir Ihre Wünsche und auch ihren Ausführungswunschtermin, zu dem die Arbeiten nur ausgeführt werden können. Abschließend stellte die Dame mir noch zwei Mal die Frage, ob das Angebot auch schnell bei ihr sein wird. Mein Bauchgefühl sagte: Die Familie hat natürlich schon ein Angebot(e) und benutzt mich nur als Preisbarometer.

 

Wie auch immer, noch am gleichen Tag habe ich das Angebot fertiggemacht und verschickt.

 

Wo gibt es das in dieser Form:

 

  • Erster Tag, Anruf und Terminvereinbarung für folgenden Tag
  • Zweiter Tag, Besuchstermin vor Ort und Angebotserstellung am gleichen Tag
  • Dritter Tag, Kunde hat Angebot bereits vorliegen, plus Bestätigung seines Wunschtermins

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Die Kundenantwort per Email vom gestrigen Abend.

 blog-antwort-auf-angebotsabsage-vom-19042011.jpg

Meine Antwort von heute Morgen.

Wir leben ja schließlich nicht nur vom Angebote machen, sondern nur von Aufträgen ausführen! Scheinbar muss ich das als besondere Ehre empfinden, irgendwann wieder ein zeitaufwändiges Angebot umsonst machen zu dürfen. Darauf kann ich gerne verzichten.

blog-malerdeck-werner-deck-sagt-mit-mir-nicht.jpg

Mit mir nicht!

Was ich nicht verstehe: Wenn die Familie einen Maler hat, mit dem sie zufrieden ist, warum wird dann noch ein zusätzliches Angebot bei mir eingeholt?

Ihre Meinung dazu?

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11 Responses to “malerdeck nur als Preisbarometer? Nein, Danke! Mit mir nicht”

  1. Webreisender sagt:

    Ärgerlich. Aber daß auf jedes Angebot sofort ein Auftrag folgt, ist halt leider nicht so. Es ist normal, sich verschiedene Angebote einzuholen und Preise und Qualitäten zu vergleichen. Zumal man als privater Auftraggeber und Laie eine Preisabgabe gar nicht beurteilen kann und aleine schon aus diesem Grund gut beraten ist, andere Angebote einzuholen. Ich sehe es allerdings kritisch, wenn (obwohl anonymisiert) dieses Verhalten dann auf der eigenen Firmenhomepage anzuprangern.

  2. Lieber Webreisender,
    sie beklagen die anonymisierte Veröffentlichung.
    Warum geben Sie dann anonymisiert Ihren Beitrag ?
    Genau darum geht es Herrn Deck und mit Ihm wie mir vielen
    anderen Kollegen.
    Eine Dienstleistung “verlangen”, natürlich kostenlos, schnell, umfassend , total kreativ und möglichst per Mail zum Weiterkopieren etc.

    Wie fänden Sie es denn, wenn z.B. Ihr Chef, sofern es den dann gibt, sie zu einem Kunden schickt, und Sie dort ein umfassendes Angebot für diesen ausarbeiten sollen, inklusive Ortstermin, fachliche Begutachtung und umfassendes schriftliches Angebot. Mal so locker 4-5 Stunden Zeit investiert.
    Da der Kunde den Auftrag an einen anderen Mitbewerber vergibt, bekommen Sie natürlich keinen Lohn von Ihrem Chef, wofür denn auch. Ist doch normal, zwar gut beraten, schnell und pünktlich gewesen, aber dafür allein gibt es natürlich nichts. Was Sie als Kunde gut finden, finde ich als Chef dann schon lange gut.
    Darum halte ich es schon lange so, bei “eiligen” Neukundenanfragen ein Angebot nur gegen Gebühr, die dann selbstverständlich bei Auftragsvergabe wieder erstattet wird. Das kann ich nur allen anderen bisher “kostenlos” agierenden Kollegen empfehlen.

    Mit nicht anonymisierten Namen und Meinung, aber dennoch optimistischen Gruß an Herrn Deck und dem “Anonymus” Webreisender

    Christian Sander

  3. Werner Deck sagt:

    Lieber Herr Sander,

    vielen Dank. Ganz entsprechend unseres Berufsstands:

    FARBE BEKENNEN!

    Mit farbenfrohen und :-) Grüßen, Ihr Opti-Maler-Partner,
    Werner Deck

  4. Thomas sagt:

    Maler Deck hatte die Gelegenheit einen Kunden vom Wettbewerb abzuwerben und hat diese Chance gleich doppelt verspielt. Einmal konnte er mit seinem Angebot nicht überzeugen und mit diesem Eintrag wurde der erfolglose Versuch dokumentiert.

  5. Werner Deck sagt:

    @Thomas

    Billig kann jeder. Und wenn der Auftrag nur über den Preis geht, will malerdeck den Auftrag gar nicht haben! malerdeck will dem Wettbewerb mit billigen Preisen keinen Kunden abwerben, sondern den Kunden mit Leistung und Kompetenz gewinnen. Das hat eben seinen Preis.

    Wer nur auf den Preis schaut, ist bei malerdeck fehl am Platz. Und jeden Kunden können und wollen wir gar nicht gewinnen.

    In Abwandlung eines Spruches von Stephan Blohm (Twittername @Projekt108), der mir sehr gefällt, sage ich: Wer spinnt gewinnt! Auf mich bezogen: Nicht immer ein Gewinner, auf jeden Fall ein Spinner!

    75% unserer Angebote werden zum Auftrag. Damit bin ich mehr als zufrieden.

    Mit farbenfrohen und :-) Grüßen, Ihr Opti-Maler-Partner,
    Werner Deck

  6. Irene Wahle sagt:

    Hallo, Herr Deck und hallo verehrte Blogschreiber,

    danke mal wieder für den Beitrag und die Kommentare dazu.

    Das beschriebene Vorgehen kennen ich nur zu gut. Wie oft habe ich mich geärgert, weil ich stundenlang mit einem Angebot beschäftigt war. Zeit, Mühe und Gedanken aufgewendet und noch dazu meine Kooperationspartner eingebunden habe… Und dann – war alles für die Katz.

    Irgendwann dachte ich: “Ich habe die Nase voll. Da muss es doch einen fruchtbareren Weg geben!”

    Kurze Zeit später fand ich ein wunderbares Buch:

    “High Probability Selling – Verkaufen mit hoher Wahrscheinlichkeit: So denken und handeln Spitzenverkäufer!

    http://www.amazon.de/High-Probability-Selling-Wahrscheinlichkeit-Spitzenverk%C3%A4ufer/dp/3938358556/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1303311573&sr=1-1

    Das Buch beruhrt auf der Suche nach Lösungen für Probleme, wie das gerade beschriebene. Anstatt sich in die Reihe der Angebots-Macher einzureihen, entwickelt das Buch einen Standard für werteorientiertes Miteinander, bei dem der Kunde zwar immer das letzte Wort hat. Wir aber gleichzeitig mit unseren Fragen den Weg vorgeben.

    Nach dem Motto: “Was werden Sie tun, wenn … ” … Für Ihren Fall Herr Deck: “Was werden Sie, verehrte Frau X tun, wenn ich Ihre Wünsche zu Ihrer Zufriedenheit umsetzen kann.”

    Wenn Sie klar antwortet: “Dann erteile ich Ihnen einen Auftrag”, ist ja alles palletti. Wenn Sie rumdruckt, uneindeutig bleibt, weiß weiß man, dass man diesen Kunden getrost ziehen lassen kann…

    Für meinen Teil habe ich daraus wie in vielen anderen Sachen, das für mich Wichtige entnommen und folge gleichzeitig bei den Verkaufsgesprächen meinem Gefühl.

    Dabei stellt sich schnell heraus: Sucht jemand nur das billigste Angebot? Oder ist der potenzielle Kunde an meiner wertvollen, preiswerten und serviceorientierten Dienstleistung interessiert. Denn da punkte ich.

    Früher waren alle Anfrager für mich potenzielle Kunden. Dank der Methode: “Verkaufen mit hoher Wahrscheinlichkeit” komme ich immer gezielter zu den Kunden, die das brauchen, wollen und bezahlen wollen, was ich biete.

    Mit guten Grüßen und ein schönes Osterfest wünschend
    BiographinIW

  7. Wolfgang sagt:

    Hochmut kommt vor dem Fall. Wer sagt Ihnen eigentlich, dass der andere Maler schlechtere Qualität liefert?
    Vielleicht ist er einfach schneller und geschickter. Oder verdient sich nicht auf Kosten der fachfremden Kunden ne goldene Nase.

    Diesen Kommentar wird man hier höchstwahrscheinlich löschen…

  8. Werner Deck sagt:

    @Wolfgang

    Hier werden keine Kommentare gelöscht, sofern sie nicht beleidigend, anstößig, etc. sind.

    Dass der andere Maler schlechter sei, habe ich nirgends gesagt oder geschrieben. Wo haben Sie das gelesen?

    Vielleicht haben Sie diesen Satz nicht gelesen?

    Was ich nicht verstehe: Wenn die Familie einen Maler hat,
    mit dem sie zufrieden ist, warum wird dann noch ein
    zusätzliches Angebot bei mir eingeholt?

    Anderer Maler schneller? Vielleicht haben Sie auch das nicht gelesen?

    * Erster Tag, Anruf und Terminvereinbarung für folgenden Tag
    * Zweiter Tag, Besuchstermin vor Ort und Angebotserstellung am gleichen Tag
    * Dritter Tag, Kunde hat Angebot bereits vorliegen, plus Bestätigung seines Wunschtermins

    Schneller geht nicht!

    Mit farbenfrohen und :-) Grüßen, Ihr Opti-Maler-Partner,
    Werner Deck

  9. Henri Brumme sagt:

    Hallo Herr Deck und alle anderen Interessenten,

    ich bin soeben auf der Google Suche nach “handwerker absage” auf diese Seite gestoßen und habe mit Interesse den Artikel und alle Kommentare gelesen. Aus aktuellem Anlass fühle ich mich dazu hingerissen, auch einen kleinen Beitrag hier zu verfassen.
    Ich muss mich bekennen, ich bin kein Handwerker und habe bisher alle meine großen und kleinen Bauvorhaben nach dem Motto: zwei bis drei Angebote einholen und dann von Preis-Leistung sowie Kompetenz überzeugen lassen, durchgeführt. Ich (wir) haben uns fast nie für das billigste Angebot entschieden, viel mehr spielte das Vertrauen im persönlichen Gespräch eine zentrale Rolle. Ich möchte verstanden werden, möchte das Gefühl haben nicht über den Tisch gezogen zu werden und natürlich muss man merken, dass der Vertreter des entsprechenden Gewerbes sein Handwerk auch versteht. Ab und an spielt Mundpropaganda auch eine Rolle, obwohl man damit auch auf die Nase fallen kann.

    Nun möchte meine Mutter (74) ihr Küche renovieren lassen. Es sollen alle alten Fliesen entfernt, der Fliesenspiegel neu gemacht und die restlichen Flächen an denen die mittlerweile unansehnlichen Fliesen prangerten soll glatt verputzt werden. Hört sich nicht nach viel Arbeit an, hätte ich auch selbst (zumindest teilweise) machen können. Wäre da nicht der Umstand, dass ich auswärts arbeite und nur am Wochenende Zeit habe.
    Also hatten wir zwei Fliesenleger bei meiner Mutter zu Hause. Der eine war eine Empfehlung eines Bekannten und der andere aus den gelben Seiten (später stellte sich heraus, dass der auch von jemandem gekannt wurde). Beide kamen pünktlich zum vor Ort Termin. Bei beiden merkte man, dass wohl größere Aufträge lukrativer wären als Kleckerkram. Aber was soll man machen, es ist halt so. Von beiden bekamen wir ein Angebot (der eine schriftlich und vom anderen telefonisch). Wir waren von dem ersten Kollegen eher angetan, vor allem wollten wir schon was in der Hand haben und nicht nur eine Preisinformation per Telefon. Also sagten wir zu.
    Die Fliesen suchte meine Mutter zusammen mit meiner Frau aus und nach 3 Wochen waren die auch da. Nun sollte es los gehen. Ich war bereit die Küche auszuräumen. Meine Mutter graut es immer vor solchen Aktionen, man hat Dreck, Baustelle und alles ist anders. Ich kann das in ihrem Alter gut verstehen, tröstete mich aber damit, dass hinterher das Ergebnis schön aussehen wird. Wir räumten also alles aus. Die alten Schränke blieben heil, sollen sie doch später wieder rein (man hängt ja dran …). Die Tapete ist runter, fertig zum Fliesen abhacken.
    Bevor wir das taten, wollte sich meine Mutter noch vergewissern, dass am heutigen Dienstag auch wie versprochen mit den Arbeiten begonnen wird. Man will die Baustelle ja auf das Nötigste begrenzen. Leider war letzten Freitag keiner erreichbar, ebenso am Wochenende nicht. Naja, wird schon…
    Heute erhielt meine Mutter mit knappen Worten eine Absage von dem Fliesenleger. Er habe einen anderen Auftrag, könne also das Versprochene nicht durchführen. Er meinte noch, er hätte versucht andere Kollegen zu erreichen, aber leider ohne Erfolg.
    Nun stehen wir da, inmitten einer Baustelle. Und was nun? Den anderen nehmen, mit dem man sich nicht angefreundet hat. Mal eben Gelbe Seiten wälzen? Mit 74?

    Warum schreibe ich das? Man muss immer beide Seiten sehen. Wir leben in einer Marktwirtschaft. Es gibt gute Handwerker die überzeugen, es gibt gute die von sich vielleicht nicht so überzeugen können, aber jeden Cent wert sind und es gibt auch schwarze Schafe vor denen keiner gefeit ist. Ebenso gibt es Leute, die scheinen bei dem Handwerker ihrer Wahl mit Benchmarks nur den Preis drücken zu wollen. Ich für meinen Teil möchte nur sichergehen nicht über den Tisch gezogen zu werden und auch mal eine zweite oder dritte Meinung einzuholen.

    In diesem Sinne,

    Viele Grüße
    Henri Brumme

  10. Werner Deck sagt:

    @Henri Brumme

    Was Ihnen passiert ist, ist natürlich sehr bedauerlich und vielleicht auch typisch für viele Handwerker. Kleine Aufträge scheinen unattraktiv zu sein.

    Aber verschiedene Angebote einzuholen, bei Ihnen waren es zwei, empfinde ich als vollkommen okay. Das Verhalten des Fliesenlegers, den zugesagten Auftrag nicht auszuführen, ist natürlich unmöglich. In einem solchen Fall kann man sogar rechtliche Schritte unternehmen. Aber das ist müßig.

    Im Übrigen gehe ich mit Ihrer Meinung in allen Bereichen konform.

    Mit farbenfrohen und :-) Grüßen, Ihr Opti-Maler-Partner,
    Werner Deck

  11. Uwe Wiemer sagt:

    Hallo Herr Deck, in 95% aller Anfragen werde ich gerufen, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Aufwand doppelt so hoch wie bei frühzeitiger Beauftragung. Argumente? der war so sympathisch, Berater sind so teuer usw. Grund: Geiz-ist-geil-Mentalität, Sparen ohne Verstand, koste es, was es wolle. Frage ich erfolgreiche Bauherren, was sie im Wiederholungsfall anders und besser machen würden, sind es überwiegend emotionale Dinge. Aber eben “hinterher”!
    Gruß
    Uwe Wiemer