Auskunftserlebnis der besonderen Art. Servicewüste Deutschland?

Heute Nachmittag bei einem Großhändler in Karlsruhe angerufen. Wollte wissen, ob ein bestimmtes Produkt vorrätig ist, das wir am Donnerstag dieser Woche benötigen.  blog-sekretarin.jpg

Der Dialog:

Ich: “Guten Tag, haben Sie drei Rollen Produkt XY am Lager?”

Dame, erkennbar unwissend: “Was für ein Produkt?”

Ich: “Produkt XY.”

Dame: “Einen Moment, da muss ich nachfragen.”  Gefühlte Wartezeit am Telefon, eine Minute.

Meldet sich wieder: “Ja, Produkt XY haben wir im Programm.”

Ich, schon leicht verzweifelt: “Dass Sie das im Programm haben, weiß ich. Ich wollte aber wissen, ob Sie Produkt XY vorrätig haben.” Gefühlte Wartezeit am Telefon,erneut eine Minute.

Dame meldet sich wieder: “Nein, haben wir nicht am Lager.”

Ich: “Wie lange dauert Lieferung bei sofortiger Bestellung?”

Dame: “Weiß ich nicht. Muss ich nachfragen.” Gefühlte Wartezeit am Telefon, wiederum eine Minute.

Dame meldet sich wieder: “Lieferung dauert ca. drei bis vier Tage.”

Ich: “Vielen Dank, dann weiß ich Bescheid. Danke, auf wiederhören.”

Anderen Lieferanten angerufen. Kompetente Auskunft erhalten. Produkt ist vorrätig und wird am Mittwoch geliefert.

So oder so ähnlich (Bild) stelle ich mir die sehr unwissend-inkompetente Gesprächspartnerin am Telefon vor. Wenn ich mir vorstelle, dass ein großes Unternehmen sich von so einem Menschen repräsentieren lässt, verstehe ich die Welt nicht mehr.

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5 Responses to “Auskunftserlebnis der besonderen Art. Servicewüste Deutschland?”

  1. Michael Deck sagt:

    Hallo Herr Deck,
    erst einmal möchte ich mich als Namensvetter für diesen hervorragenden Blog bedanken. Meine Frau und ich lachen des öfteren herzhaft über die beschriebenen Geschichten. Als Inhaber einer Familienunternehmens können wir mitfühlen und mitleiden. Diese Geschichte eines Großhändlers zeugt davon.

    Herr Werner Deck hat mich inspiriert ebenfalls einen Blog auf unserer Homepage einzurichten.

    Übrigends werde ich (Michael Deck) sehr oft mit malerdeck (Werner Deck) verwechselt, da ich selbst aus Baden (Rheinstetten) stamme und mein Vater (Günter Deck) eine Raumausstattung hatte. Aber wir sind nicht miteinander verwandt, haben aber die gleiche Philosophie was die Unternehmensführung betrifft. Deshalb noch einmal DANKE für diese Beiträge.

  2. Werner Deck sagt:

    Lieber Namensvetter Michael Deck,

    vielen Dank für Ihren launigen Kommentar und das Lob. Es tut gut zu wissen, dass das von mir im Blog Geschriebene gelesen wird.

    Das stelle ich auch durch die ständig steigenden Zugriffszahlen fest. Im Juli waren es bereits über 14.000 Klicks. Im August werden es über 18.000 sein.

    Ich kann Sie also nur ermutigen, Ihren Blog schnellstens ;-) zu beginnen. Noch einmal, vielen Dank, viel Erfolg mit Ihrem Blog und eine erfolgreiche Arbeitswoche, wünsche ich.

    Mit farbenfrohen und :-) Grüßen, Ihr Opti-Maler-Partner,
    Werner Deck

  3. So wie ich das sehe, hat unser gutes Deutschland den Ruf als Servicewüste mehr als weg. Wenn ich sehe wie einige Dienstleister horrende Preise für Ihre Dienstleistungen verlangen, deren Qualität mehr als zu wünschen übrig lässt, dreht sich bei mir der Magen um. Was kann man dagegen langfristig unternehmen?

  4. Werner Deck sagt:

    @Achim Kalvasen

    Ihre Frage war: Was kann man dagegen langfristig unternehmen?

    Der Kunde geht einfach zu den Handwerkern/Dienstleistern, bei denen er gut bedient wird, eine gute Leistung erhält und gleichzeitig die Firmen meidet, die Sie beschrieben haben. Letztlich regelt alles der Markt.

    Mit farbenfrohen und :-) Grüßen, Ihr Opti-Maler-Partner,
    Werner Deck