Mein Geburtstagsmarketing und eine sehr emotionale Geschichte

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 Diese Flasche Sekt brachte mir ein dankbares Geburtstagskind vorbei!

Seit genau 10 Jahren erfassen wir täglich die Adressen der Geburtstagskinder, die bei uns in der Tageszeitung und den Orts- und Stadtteilblättern veröffentlicht werden. Die Zeitungsspalten sind meist überschrieben mit “Wir gratulieren heute:”.

Bei uns hier beginnen diese Veröffentlichungen mit dem 70. Geburtstag. Die Geburtstagskinder erhalten von mir jährlich zum Geburtstag einen persönlichen und gereimten Geburtstagsbrief. Und zwar jedes Jahr einen neuen Geburtstagreim.
 
Zwischenzeitlich haben wir ca. 10.000 solcher Geburtstagsadressen in der Datenbank und täglich verlassen ca. 30 – 50 Geburtstagsbriefe an die Geburtstagskinder unser Haus. Aus den zahllosen Reaktionen weiß ich sehr genau, dass ich damit jeden Tag diesen Menschen eine ganz besondere Freude bereite.

Die Briefe bzw. der Geburtstagsreim ist frei von jeder Werbung. Natürlich kann man am Absenderbriefkopf erkennen, dass es sich um malerdeck handelt. So haben wir aus dem Kreis der 10.228 Geburtstagsadressen (Stand heute) in diesen Jahren 515 Kunden (Stand heute) gewonnen. Das ist beachtlich, wie ich finde.
 
Am Dienstag vorletzter Woche habe ich dazu wieder ein ganz besonderes Erlebnis gehabt. Um 12:30 Uhr läutete es am Büro. Meine Sekretärin war zu Mittag, sodass ich die Tür geöffnet habe. Vor der Türe stand ein älterer Herr, mit einer Sektflasche in der Hand. Er machte einen etwas traurigen und abgekämpften Eindruck auf mich.

Als er mich sah, straffte sich sein Körper und er strahlte  über das ganze Gesicht. “Diesem Mann muss ich ein Geschenk vorbei bringen”, sagte er. Und weiter: “Herr Deck, sie waren der Einzige, der mir zu meinem Geburtstag gratuliert hat. Niemand sonst, auch nicht meine wenigen Verwandten, haben daran gedacht mir zu gratulieren. Deshalb möchte ich ihnen diese Flasche Sekt als Dank vorbei bringen.”  Natürlich habe ich den Herrn herein gebeten und wir haben etwas geplaudert. Als er mir sagte, dass niemand an seinen Geburtstag gedacht hat hatte er etwas Wasser in den Augen.
 
Um sich bei mir persönlich zu bedanken, nahm der ältere Herr, nennen wir ihn hier einfach Müller, eine wahre Odyssee auf sich. Die nächste Stadtbahnhaltestelle zu unserem Büro, ist fußläufig ca. 30 min. entfernt. Offensichtlich stieg er aber an einer ganz anderen Haltestelle aus und wurde von den Menschen die er gefragt hat, wie er sagte, in der Gegend herumgeschickt.

Nachdem er über eine Stunde zu Fuß unterwegs war, hat er einen Autofahrer gefragt ob er ihn zu uns herfahre. Der hat das dann auch gemacht und Herrn Müller dafür 10,– Euro abgeknöpft. Eine grenzenlose Unverschämtheit, wie ich finde, für eine drei Minuten Fahrt.

Obwohl ich eigentlich keine Zeit hatte, haben wir geplaudert und ich habe mir seine Lebensgeschichte angehört. Wie wir so plauderten, sagte Herr Müller plötzlich: “Eigentlich müsste meine Wohnung auch wieder einmal renoviert werden. Was kostet denn die Komplettrenovierung meiner Zwei-Zimmerwohnung etwa?” 

Ich nannte ihm einen ca.-Preis, der gefiel ihm und vereinbarte mit Herrn Müller gleich einen Aufmaß- und Besichtigungstermin für den nächsten Tag. Zum Abschluss fuhr ich Herrn Müller selbstverständlich an die nächstgelegene Stadtbahnhaltestelle.

Nachdem ich die Wohnung gemessen und ein schriftliches Festpreisangebot gemacht habe, hat Herr Müller sofort den Auftrag erteilt. Die Arbeiten sind auch schon, zur allseitigen Zufriedenheit, ausgeführt. Herr Müller hat am 21. April Geburtstag. Eine so unmittelbare Auftragserteilung habe ich bei unserm Geburtstagsmarketing noch nicht erlebt.

Es macht mir einfach eine große Freude, anderen Menschen eine Freude zu bereiten. Und dass meine gereimten Geburtstagsbriefe große Freude auslösen, das weiß ich aus vielen Briefen und Anrufen. Erst kürzlich bekam ich als Dank zwei Kisten erntefrische Champignons.

Unabhängig davon, lösen die jährlichen Geburtstagsreime natürlich auch eine grenzenlose Mundpropaganda aus. Darüber werde ich in einem anderen Beitrag berichten.

Hier geht es zum Blogbericht über die Mundpropaganda und Kundengewinnung durch die gereimten Geburtstagsbriefe. Die gesamte Strategie.

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7 Responses to “Mein Geburtstagsmarketing und eine sehr emotionale Geschichte”

  1. Ernst Koch sagt:

    Eine geniale Idee und Ausführung. Ich wünschen Ihnen von Herzen weiterhin viel Erfolg.

    Mit besten Grüssen

    Ernst Koch

  2. Werner Deck sagt:

    Danke für die Blumen!

    Farbenfrohe und :-) freundliche Grüße
    Werner Deck

  3. Was für eine zauberhafte Geschichte!
    Ich bin sehr begeistert. Was für ein wunderbares Engagement. Viel Erfolg weiterhin und
    herzliche Grüße

  4. Werner Deck sagt:

    @Projektgeschichten

    Vielen Dank für Ihre guten Wünsche.
    Farbenfrohe und :-) Grüße, Werner Deck

  5. Genial! Ich bin immer wieder total begeistert, wie erfrischend, kundennah und professionell Sie Ihr Marketing betreiben. Besser geht es nicht. Ich wünsche mir, dass viele Handwerksbetriebe sich ein Beispiel an Ihnen nehmen.

    Weiterhin viel Erfolg und zufriedene Kunden!

    Herzliche Grüße
    Ulrike Gerloff
    direkt-mehr-umsatz.de

  6. Werner Deck sagt:

    @ Ulrike Gerloff

    Vielen Dank für Ihre Blumen. Mit den Handwerkern ist das so eine Sache. Alle wollen die ultimative Werbeanzeige oder den ultimativen Werbebrief, der ihnen über Nacht die Kunden zutreibt. Dass es aber in erster Linie einer guten Strategie und deren konsequenter und dauerhafter Umsetzung bedarf, das wollen Handwerker leider nicht wissen. Sie werden das selbst kennen.

    mit :-) und farbenfrohen Grüßen, Werner Deck

  7. […] Vor Kurzem stand ein (einsamer) Mann mit einer Flasche Sekt unangemeldet vor der Tür, um sich für meine Geburtstagsgrüße zu bedanken. Zwei Wochen später hatten wir seine komplette Wohnung renoviert. Hier die ganze Geschichte mit Bild, im alten Blog.  […]