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Mai 2010
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Archive für 19.5.2010

Rasenmaler, Gartenbodenleger, Unkrautstreicher oder Strauchdiebe…?

Dieses Werbeplakat habe ich heute fotografiert. Es hing an der Hauseingangstür eines Mehrfamilienhauses, in dem ich einen Termin hatte.

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Erstaunlich, welche Universalgenies es im “Handwerksbereich” gibt. Diese “Hausmeisterdienste” sind seit dem Fall der Meisterprüfungspflicht, in vielen Gewerken, wie Pilze aus dem Boden geschossen. Der Mann, die Firma für alle Fälle.

Im Flugblatt dieser “Firma” sind jede Menge Dienst- und Handwerksleistungen aufgeführt. Die machen aber noch, wie es dort heißt: “Und vieles mehr!” Was das wohl noch alles ist? Mein lieber Jolly, alle Achtung vor so vielen qualifizierten Fertigkeiten!

Erstaunlich ist, wie gerne Kunden glauben, dass es solche Universalgenies gibt, die keinen dieser Berufe gelernt haben, aber alles können und dazu noch außerordentlich billig sind. Weniger erstaunlich, wenn später die Ernüchterung über eine miese Leistung folgt. Dann sind es aber wieder “die Handwerker” ganz pauschal, die die Schelte abbekommen.

Ob diese Kunden sich beim Friseur gleich die Zähne reparieren lassen und sich, wenn schon einmal der Elektriker im Haus ist, sich von dem ein EKG machen lassen? Für kleines Geld, versteht sich! Auf die Idee käme niemand.

Aber Rasenmalern, Gartenbodenlegern, Unkrautstreichern, sonstigen Universalgenies und/oder Strauchdieben (?), vertraut man bedingungslos. Mit solchen Kunden habe ich kein Mitleid, wenn sie nachher auf die Schnauze fallen.

Mein Geburtstagsmarketing und eine sehr emotionale Geschichte

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 Diese Flasche Sekt brachte mir ein dankbares Geburtstagskind vorbei!

Seit genau 10 Jahren erfassen wir täglich die Adressen der Geburtstagskinder, die bei uns in der Tageszeitung und den Orts- und Stadtteilblättern veröffentlicht werden. Die Zeitungsspalten sind meist überschrieben mit “Wir gratulieren heute:”.

Bei uns hier beginnen diese Veröffentlichungen mit dem 70. Geburtstag. Die Geburtstagskinder erhalten von mir jährlich zum Geburtstag einen persönlichen und gereimten Geburtstagsbrief. Und zwar jedes Jahr einen neuen Geburtstagreim.
 
Zwischenzeitlich haben wir ca. 10.000 solcher Geburtstagsadressen in der Datenbank und täglich verlassen ca. 30 - 50 Geburtstagsbriefe an die Geburtstagskinder unser Haus. Aus den zahllosen Reaktionen weiß ich sehr genau, dass ich damit jeden Tag diesen Menschen eine ganz besondere Freude bereite.

Die Briefe bzw. der Geburtstagsreim ist frei von jeder Werbung. Natürlich kann man am Absenderbriefkopf erkennen, dass es sich um malerdeck handelt. So haben wir aus dem Kreis der 10.228 Geburtstagsadressen (Stand heute) in diesen Jahren 515 Kunden (Stand heute) gewonnen. Das ist beachtlich, wie ich finde.
 
Am Dienstag vorletzter Woche habe ich dazu wieder ein ganz besonderes Erlebnis gehabt. Um 12:30 Uhr läutete es am Büro. Meine Sekretärin war zu Mittag, sodass ich die Tür geöffnet habe. Vor der Türe stand ein älterer Herr, mit einer Sektflasche in der Hand. Er machte einen etwas traurigen und abgekämpften Eindruck auf mich.

Als er mich sah, straffte sich sein Körper und er strahlte  über das ganze Gesicht. “Diesem Mann muss ich ein Geschenk vorbei bringen”, sagte er. Und weiter: “Herr Deck, sie waren der Einzige, der mir zu meinem Geburtstag gratuliert hat. Niemand sonst, auch nicht meine wenigen Verwandten, haben daran gedacht mir zu gratulieren. Deshalb möchte ich ihnen diese Flasche Sekt als Dank vorbei bringen.”  Natürlich habe ich den Herrn herein gebeten und wir haben etwas geplaudert. Als er mir sagte, dass niemand an seinen Geburtstag gedacht hat hatte er etwas Wasser in den Augen.
 
Um sich bei mir persönlich zu bedanken, nahm der ältere Herr, nennen wir ihn hier einfach Müller, eine wahre Odyssee auf sich. Die nächste Stadtbahnhaltestelle zu unserem Büro, ist fußläufig ca. 30 min. entfernt. Offensichtlich stieg er aber an einer ganz anderen Haltestelle aus und wurde von den Menschen die er gefragt hat, wie er sagte, in der Gegend herumgeschickt.

Nachdem er über eine Stunde zu Fuß unterwegs war, hat er einen Autofahrer gefragt ob er ihn zu uns herfahre. Der hat das dann auch gemacht und Herrn Müller dafür 10,– Euro abgeknöpft. Eine grenzenlose Unverschämtheit, wie ich finde, für eine drei Minuten Fahrt.

Obwohl ich eigentlich keine Zeit hatte, haben wir geplaudert und ich habe mir seine Lebensgeschichte angehört. Wie wir so plauderten, sagte Herr Müller plötzlich: “Eigentlich müsste meine Wohnung auch wieder einmal renoviert werden. Was kostet denn die Komplettrenovierung meiner Zwei-Zimmerwohnung etwa?” 

Ich nannte ihm einen ca.-Preis, der gefiel ihm und vereinbarte mit Herrn Müller gleich einen Aufmaß- und Besichtigungstermin für den nächsten Tag. Zum Abschluss fuhr ich Herrn Müller selbstverständlich an die nächstgelegene Stadtbahnhaltestelle.

Nachdem ich die Wohnung gemessen und ein schriftliches Festpreisangebot gemacht habe, hat Herr Müller sofort den Auftrag erteilt. Die Arbeiten sind auch schon, zur allseitigen Zufriedenheit, ausgeführt. Herr Müller hat am 21. April Geburtstag. Eine so unmittelbare Auftragserteilung habe ich bei unserm Geburtstagsmarketing noch nicht erlebt.

Es macht mir einfach eine große Freude, anderen Menschen eine Freude zu bereiten. Und dass meine gereimten Geburtstagsbriefe große Freude auslösen, das weiß ich aus vielen Briefen und Anrufen. Erst kürzlich bekam ich als Dank zwei Kisten erntefrische Champignons.

Unabhängig davon, lösen die jährlichen Geburtstagsreime natürlich auch eine grenzenlose Mundpropaganda aus. Darüber werde ich in einem anderen Beitrag berichten.

Hier geht es zum Blogbericht über die Mundpropaganda und Kundengewinnung durch die gereimten Geburtstagsbriefe. Die gesamte Strategie.

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Der Lehrlinglingsbewerber war tatsächlich pünktlich da.

Sehr pünktlich war der Lehrlingsbewerber zum Vorstellungsgespräch tatsächlich da. Er kam nicht mit der Stadtbahn, Oma hat ihn gefahren. Es war allerdings nicht der große Hit.

Eine Frage z.B., die ich im Vorstellungsgespräch immer stelle ist: “Was wissen Sie über malerdeck?” Da will ich nicht unsere Historie heruntergebetet wissen, sondern nur abklopfen, ob Bewerber/in sich etwas schlau gemacht hat, z.B. auf unserer Homepage.

Dieser Bewerber hat auf meine Frage nur entsetzt mit den Augen gerollt und gesagt: “Nicht viel.” Auf meine Nachfrage “wie viel”, antwortete er: “Nichts!” Gehe ich so in ein Bewerbungsgespräch?

Da bin ich jedes Mal fassungslos. Doch das erlebe ich leider ziemlich oft.

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